Pluck vs Inspo: Zwei KI-Apps, die mit Video sehr unterschiedlich umgehen
Inspo gehört zu den wenigen Rezepte-Apps, die soziale Netzwerke ernst nehmen. Während die meisten Verwalter noch immer um Foodblogs kreisen, speichert Inspo aus Instagram, TikTok, Facebook und Safari – also dort, wo Essen 2026 tatsächlich entdeckt wird. Allein das stellt die App vor den Großteil der Kategorie.
Pluck deckt dieselben Plattformen ab. Die interessante Frage ist deshalb nicht, wer welche Plattform unterstützt, sondern was jede App mit dem Inhalt macht, nachdem du den Link eingefügt hast.
Es geht um die Tiefe der Extraktion. Inspo speichert dein Rezeptvideo und holt per KI Angaben wie Zutaten, Zubereitung und Nährwerte heraus. Plucks KI geht weiter: Sie sieht die Einzelbilder an, schreibt den Ton mit und führt beides zu einem strukturierten Rezept zusammen. Das zählt immer dann, wenn das Rezept im Video steckt und nicht in der Bildunterschrift.
Wo Inspo punktet
Die Stärken sind echt und gehören genannt:
- Breite bei sozialen Netzwerken: Instagram, TikTok, Facebook und Safari ab Werk. Das ist selten. Paprika, Mela oder Recipe Keeper lassen soziale Netzwerke komplett aus. Inspo hat früh erkannt, dass die Rezeptsuche zu den Videoplattformen abgewandert ist.
- Schnelles Speichern über das Teilen-Menü: Die Integration unter iOS ist reibungslos. Du bist ohnehin in Instagram oder TikTok, tippst auf Teilen, tippst auf Inspo, fertig.
- Rezepte aus dem Nichts: Inspo kann dir aus einer Beschreibung ein Rezept erzeugen. Sag, was du kochen willst, und es entsteht eines. Das ist tatsächlich etwas anderes als Speichern, und wer sich gern inspirieren lässt, bekommt hier etwas, das Pluck nicht macht.
- Automatische Einordnung: Die KI sortiert Gespeichertes nach Küche, Mahlzeit und weiteren Kategorien. Wer Dutzende Rezepte hortet, spart sich damit Handarbeit.
- Schritt-für-Schritt-Modus: Inspo führt dich beim Kochen durch das Rezept, ohne dass du scrollen musst.
- Preis: Die Gratisnutzung reicht zum Anfangen, Premium beginnt bei etwa $8.99. Für eine junge, unabhängige App ist das in Ordnung.
Wenn dein Bedarf lautet „Rezeptvideos von TikTok und Instagram speichern und an einem Ort ordnen”, macht Inspo das direkt und ohne Umwege.
Wo Pluck davonzieht
Der Abstand entsteht nach dem Einfügen des Links.
Multimodale Videoextraktion
Das ist der bauliche Unterschied. Fügst du bei Pluck die Adresse eines Kochvideos ein, macht die KI Folgendes:
- Einzelbilder herausgreifen – eingeblendete Zutatenlisten, Mengen, Texttafeln, gezeigte Arbeitsschritte
- Den Ton mitschreiben – gesprochene Anweisungen, Mengen, Zeitangaben
- Beides zusammenführen – ein strukturiertes Rezept mit Zutaten, Schritten und Zeiten
Inspo holt seine Angaben aus dem gespeicherten Video, stützt sich dabei aber auf Metadaten, Bildunterschriften und vorhandenen Text statt auf eine Bild-für-Bild-Analyse mit Tonspur. Der Unterschied schlägt genau dort durch, wo das Rezept im Video selbst liegt – also bei den meisten TikTok-Kochvideos und Instagram-Reels.
Wann die Tiefe zählt
Stell dir ein TikTok vor, in dem jemand die Marinade ansagt – „ungefähr 60 Milliliter Sojasoße, ein Esslöffel Reisessig, drei Knoblauchzehen, fein gehackt” – während die Bildunterschrift nur „die Marinade, die alles verändert hat” plus Hashtags enthält.
Eine App, die Bildunterschriften und Metadaten liest, bekommt die Hashtags. Eine App, die den Ton mitschreibt, bekommt das Rezept mit Mengen. Der Inhalt ist in beiden Fällen da; die Frage ist, ob die Technik ihn erreicht.
Das ist kein Sonderfall, sondern der Alltag in sozialen Netzwerken. Leute erzählen ihr Rezept beim Kochen. Sie blenden die Zutatenliste zwei Sekunden lang ein. Sie zeigen den Handgriff, statt ihn zu beschreiben. Das Rezept steckt im Medium, und dranzukommen erfordert eine KI, die sehen und hören kann.
Fotos und Bilder
Der Screenshot aus dem Chat? Das abfotografierte Rezeptkärtchen? Die Seite aus einer Zeitschrift?
Plucks Bilderkennung liest solche Vorlagen und macht strukturierte Rezepte daraus. Damit fällt eine ganze Quellengattung ab – handgeschriebene Familienrezepte, Kochbuchseiten, Screenshots aus Apps, die du nicht hast –, um die sich videofixierte Apps nicht kümmern.
KI-Kochassistent
Das ist keine Frage der Extraktion, sondern eine Funktion mehr. Plucks Assistent (in Plus und Pro) kennt das Rezept, das du gerade kochst, und antwortet darauf bezogen:
- „Die Kokosmilch ist alle, was nehme ich?”
- „Woran erkenne ich, dass das Karamell fertig ist?”
- „Ich koche für acht statt für vier, was ändert sich?”
Inspos Schritt-für-Schritt-Modus führt dich durch das Rezept, was nützlich ist – aber er beantwortet keine Rückfragen mitten im Kochen.
Mehr Quellen
Beide Apps decken die großen Plattformen ab. Pluck holt Rezepte zusätzlich aus:
- Foodblogs und Webseiten – per KI, auch aus chaotischen Seiten ohne Rezept-Markup
- YouTube – vollständige Videoanalyse mit Tonspur statt bloß der Beschreibung
- Facebook-Gruppen – Textbeiträge, geteilte Links, Bildbeiträge
- Fotos und Screenshots – Bilderkennung für Handschrift, Kochbücher, Bildschirmfotos
Pluck will die eine App sein, die jede Quelle abdeckt, nicht nur die sozialen Videoplattformen.
Die Funktionen nebeneinander
| Funktion | Pluck | Inspo |
|---|---|---|
| Ja (Text und Bilder) | Ja (Video speichern und auslesen) | |
| TikTok | Ja (sieht und hört) | Ja (Video speichern und auslesen) |
| Ja | Ja | |
| YouTube | Ja (sieht und hört) | Über Safari |
| Videoanalyse | Multimodal (Bild und Ton) | Metadaten und Bildunterschrift |
| Rezepte aus Fotos | KI-Bilderkennung | Nein |
| Webseiten | Per KI | Über Safari |
| KI-Kochassistent | Fragen zum konkreten Rezept | Nein (dafür Schrittmodus) |
| Rezepte erzeugen | Nein | Ja |
| Automatische Ordnung | Eigene Tags plus Ernährungs-Tags | KI sortiert selbst |
| Offline | Ja | Ja |
| Plattformen | iOS, Android | iOS, Android |
| Gratisnutzung | Ja (3 Extraktionen/Monat) | Ja |
| Premiumpreis | Plus $6.99/Monat, Pro $11.99/Monat | Ab $8.99 |
Wer nimmt was?
Nimm Inspo, wenn:
- du vor allem von TikTok und Instagram speicherst und es schnell gehen soll
- du Lust auf von der KI erzeugte Rezeptideen hast
- dir automatische Einordnung wichtiger ist als die Tiefe der Extraktion
- die Rezepte, die du speicherst, meist ausgeschrieben in der Bildunterschrift stehen
Nimm Pluck, wenn:
- die KI zusehen und zuhören soll statt nur die Bildunterschrift zu lesen
- deine Quellen breit sind: soziale Netzwerke, Foodblogs, Fotos, Screenshots
- du beim Kochen einen Assistenten nutzen würdest, der dein Rezept kennt
- dir zählt, wie viel vom Rezept ankommt – gesprochene Mengen und eingeblendete Texte inklusive
- du eine App willst, die jede Quelle abdeckt
Pluck und Inspo gehören beide zu einer neuen Generation, die anerkennt, wo Rezepte heute leben. Der alte Weg über Clipper und Foodblog ist eine Generation zurück. Zwischen diesen beiden entscheidet, ob du schnelles Bookmarken aus sozialen Netzwerken willst (Inspos Stärke) oder eine Extraktion, die auch das mitnimmt, was gesagt und gezeigt wird (Plucks Ansatz).
Weitere Gegenüberstellungen: Pluck vs Flavorish und Pluck vs ReciMe, zwei weitere Apps mit KI, oder gleich der große Vergleich der Rezepte-Apps. Inspo und Pluck zielen beide auf TikTok-Publikum: wie sich alle Apps dort schlagen, steht in beste Rezepte-App für TikTok.
Pluck gibt es für iOS und Android. Bei Google Play laden. Auch für iOS. Auf unserer Roadmap (auf Englisch) steht, was als Nächstes ansteht.
Pluck Team
Wir sind ein kleines Team aus Hobbyköchinnen, Hobbyköchen und Entwicklern und bauen die Rezept-App, die wir selbst immer wollten. Wir schreiben über das Speichern von Rezepten, Extraktion per KI und schlaueres Kochen.
Mehr über unsBereit für dein erstes Rezept?
Verfügbar für iOS und Android. Lade Pluck heute kostenlos herunter.
Willst du Pluck mitgestalten? Funktion vorschlagen - wir lesen jeden einzelnen Vorschlag.