Zum Inhalt springen

Pluck vs Flavorish: Zweimal KI, zwei völlig verschiedene Apps

Pluck Team 6 Min. Lesezeit
Vergleiche Rezepte-Apps flavorish ki

Pluck und Flavorish werben beide damit, dass eine KI die Arbeit macht. Beide versprechen, dass du nie wieder ein Rezept in die Notizen-App tippen musst. Auf den Produktseiten klingt das nach zweimal derselben App.

Ist es aber nicht. „KI” ist in dieser Kategorie ein sehr dehnbares Wort, und der Abstand zwischen diesen beiden Apps ist größer, als die Werbetexte vermuten lassen.

Flavorish nutzt KI so, wie sie in den letzten Jahren fast überall eingezogen ist: als besseren Textverarbeiter. Pluck nutzt sie multimodal – Einzelbilder ansehen, Ton mitschreiben, Bilder lesen, Sprache verstehen, und das alles zusammen. Das klingt technisch, entscheidet aber schlicht darüber, welche Quellen die App überhaupt verwerten kann.

Was Flavorish gut macht

Flavorish ist keine schlechte App, im Gegenteil:

  • Webseiten per KI auslesen: Flavorish schickt Rezeptseiten durch ein Sprachmodell statt durch einen starren HTML-Parser. Bei chaotischen Blogs ohne sauberes Rezept-Markup ist das dem klassischen Clipper deutlich überlegen.
  • Vorschläge und Ordnung: Die KI schlägt Rezepte vor und sortiert deine Sammlung mit Tags und Kategorien. Wer sich abends fragt „was koche ich eigentlich”, bekommt hier echte Hilfe.
  • iOS und Android: Beide Systeme werden bedient, du hängst also in keinem Ökosystem fest.
  • Teilweise offline: Gespeicherte Rezepte sind auch ohne Netz da, einzelne KI-Funktionen brauchen aber eine Verbindung.
  • Aufgeräumte Oberfläche: Die App sieht gut aus und lässt sich beim Kochen angenehm lesen.

Wenn deine Rezepte im Wesentlichen von Foodblogs und Webseiten kommen, ist Flavorish ein solider Griff.

Der Unterschied liegt in der Art der KI

Beide Apps sagen „KI-Extraktion”. Nur sind die Eingaben, die sie verarbeiten können, grundverschieden.

Flavorishs KI arbeitet mit Text. Sie liest Bildunterschriften, Beschreibungen, Seiteninhalte und Metadaten. Gibst du eine Adresse ein, holt sie den Text der Seite und baut daraus ein Rezept. Das ist dem HTML-Scraper wirklich überlegen: unstrukturierte Seiten, Plauderton, fehlendes Markup – alles kein Problem.

Nur kommt sie an das Medium selbst nicht heran. Ein TikTok-Link liefert ihr die Bildunterschrift, nicht das Video. Ein Instagram-Reel liefert die Caption, nicht die Karussellbilder und nicht das Gesprochene. Bei YouTube liest sie Beschreibung und Untertitel – zusehen und zuhören kann sie nicht.

Plucks KI ist multimodal. Text, Einzelbilder, Ton und Fotos werden als zusammengehörige Quellen verarbeitet. Bei einem Kochvideo passiert Folgendes:

  1. Einzelbilder herausgreifen – eingeblendete Zutatenlisten, Mengen, Arbeitsschritte
  2. Tonspur mitschreiben – alles, was gesagt wird, per Spracherkennung
  3. Vorhandenen Text lesen – Bildunterschrift, Beschreibung, Overlays
  4. Alles zusammenführen – ein einziges strukturiertes Rezept

Das ist keine bessere Textverarbeitung, das ist eine andere Bauweise. Sie kommt an Inhalte heran, die eine reine Text-KI weder sehen noch hören kann.

Wo der Unterschied auffällt

Abstrakt ist das langweilig. Konkret sieht es so aus:

Das TikTok mit der nichtssagenden Bildunterschrift

Jemand postet Birria-Tacos. Die Bildunterschrift lautet: „endlich sitzt es. rezept im video!!” Im Video sagt die Person alles an – Mengen, Zeiten, Handgriffe –, geschrieben steht davon kein Wort.

  • Flavorish: bekommt „endlich sitzt es”. Kein Rezept.
  • Pluck: schreibt die Ansage mit, liest die eingeblendeten Zutaten und liefert ein vollständiges Rezept mit Mengen und Schritten.

Der YouTube-Koch, der zeigt statt zu erzählen

Ein bekannter Kanal lädt ein zwölfminütiges Pasta-Video hoch. In der Beschreibung stehen ein Absatz Vorrede und Affiliate-Links, aber keine Zutatenliste. Im Video werden die Mengen für jeweils zwei Sekunden eingeblendet, gesprochen wird eher über die Technik.

  • Flavorish: liest Beschreibung und automatische Untertitel und bekommt ein halbes Rezept – die automatische Untertitelung macht aus „Backpulver” gern „Backpapier”.
  • Pluck: greift die eingeblendeten Mengen als Bild ab, schreibt den Ton mit und setzt beides zusammen.

Das Instagram-Karussell

Zehn Folien: Folie 1 ein Beautyshot, Folien 2 bis 9 das Rezept als gestalteter Text, Folie 10 „speicher dir das!”. Die Bildunterschrift erzählt eine Familiengeschichte.

  • Flavorish: bekommt die Familiengeschichte.
  • Pluck: liest jede Folie per Bilderkennung und baut daraus das Rezept.

Der Screenshot aus dem Gruppenchat

Eine Freundin schickt dir das Foto einer Kochbuchseite, den Screenshot aus einer App, die du nicht hast, oder das abfotografierte Rezeptkärtchen ihrer Oma.

  • Flavorish: erkennt Bilder nur eingeschränkt, je nach Format klappt es oder eben nicht.
  • Pluck: liest das Bild, kommt auch mit Handschrift zurecht und macht ein Rezept daraus.

Die Funktionen nebeneinander

FunktionPluckFlavorish
Rezepte von WebseitenPer KIPer KI
InstagramJa (Text und Bilder)Eingeschränkt (nur Caption)
TikTokJa (sieht und hört)Nur Textdaten
FacebookJaNein
YouTubeJa (sieht und hört)Nur Untertitel/Beschreibung
VideoanalyseMultimodal (Bild und Ton)Nur Textdaten
Rezepte aus FotosKI-BilderkennungEingeschränkt
KI-KochassistentFragen zum konkreten RezeptAllgemeine Kochvorschläge
OfflineJaTeilweise
PlattformeniOS, AndroidiOS, Android
GratisnutzungJaJa
PremiumpreisPlus $6.99/Monat, Pro $11.99/Monat$7.99/Monat

Zwei sehr verschiedene Assistenten

Auch jenseits der Extraktion trennen sich die Wege.

Flavorish schlägt dir vor, was du kochen könntest, und findet passende Rezepte zu deinem Geschmack. Das beantwortet die Frage „was gibt es heute Abend”.

Plucks Assistent beantwortet eine andere: Er kennt das Rezept, das gerade offen ist, und antwortet darauf bezogen. „Kann ich den Honig in der Glasur durch Ahornsirup ersetzen?” „Meine Form ist kleiner, muss ich die Backzeit anpassen?” „Was heißt in Schritt 4 ablöschen?” Die Antworten stammen aus deinem Rezept, nicht aus allgemeinen Kochtipps.

Flavorish hilft beim Entscheiden. Pluck hilft beim Kochen. Wer schon einmal mit teigigen Händen vor einer unklaren Anweisung stand, weiß, welche der beiden Hilfen in dem Moment fehlt.

Wer nimmt was?

Nimm Flavorish, wenn:

  • deine Rezepte fast nur von Webseiten und Foodblogs kommen
  • du Vorschläge und Inspiration durch die KI schätzt
  • du selten etwas aus Videos speicherst
  • du ein einziges Abo ohne Stufen willst

Nimm Pluck, wenn:

  • du Rezepte auf TikTok, YouTube, in Facebook-Gruppen oder auf Instagram findest
  • die KI wirklich Video und Ton verarbeiten soll und nicht nur Text
  • du Fotos, Screenshots oder handgeschriebene Rezepte digitalisieren willst
  • du beim Kochen einen Assistenten willst, der dein Rezept kennt
  • dir zählt, wie viel vom Rezept am Ende tatsächlich ankommt

Beide Apps sind den alten HTML-Clippern eine Generation voraus. Innerhalb der Kategorie „KI-Rezepte-App” entscheidet aber die Art der KI. Flavorish wendet sie auf Text an, Pluck auf Text, Video, Ton und Bilder. Sobald Video dabei ist – und das ist es inzwischen bei fast allen –, ist das der Unterschied zwischen dem Rezept und der Bildunterschrift.

Weitere Gegenüberstellungen: Pluck vs ReciMe und Pluck vs Honeydew, oder gleich der große Vergleich der Rezepte-Apps. Wie KI in Rezepte-Apps insgesamt abschneidet, steht in beste Rezepte-App mit KI. Ganz kurz zusammengefasst findest du das Ganze auf der Seite Flavorish-Alternative.


Pluck gibt es für iOS und Android. Bei Google Play laden. Auch für iOS. Auf unserer Roadmap (auf Englisch) steht, was als Nächstes ansteht – wir hören gern, was du dir wünschst.

P

Pluck Team

Wir sind ein kleines Team aus Hobbyköchinnen, Hobbyköchen und Entwicklern und bauen die Rezept-App, die wir selbst immer wollten. Wir schreiben über das Speichern von Rezepten, Extraktion per KI und schlaueres Kochen.

Mehr über uns

Bereit für dein erstes Rezept?

Verfügbar für iOS und Android. Lade Pluck heute kostenlos herunter.

Willst du Pluck mitgestalten? Funktion vorschlagen - wir lesen jeden einzelnen Vorschlag.