Pluck vs Pestle: Welche App holt Rezepte wirklich aus Videos?
Pestle gebührt Anerkennung dafür, dass es zu den ersten Rezepte-Apps gehörte, die Videos ernst genommen haben. Während Paprika und Mela das Thema komplett auslassen, versucht Pestle immerhin, Rezepte aus YouTube und TikTok herauszuholen.
Zwischen „die Textdaten eines Videos lesen” und „sich das Video ansehen” liegt allerdings ein Unterschied, und der zählt genau dann, wenn das Rezept gesprochen, eingeblendet oder einfach vorgemacht wird, statt irgendwo geschrieben zu stehen.
Wie Pestle mit Videos umgeht
Pestle holt Rezepte aus Videos, indem es textbasierte Daten liest:
- Beschreibungen und Untertitel von YouTube
- Bildunterschriften und eingeblendete Texte von TikTok, sofern sie als Metadaten vorliegen
Das funktioniert, wenn die Person das ganze Rezept in die Beschreibung schreibt oder die automatischen Untertitel etwas taugen. Nur schreiben viele ihr Rezept eben nicht auf, und die automatische Untertitelung verhunzt zuverlässig genau das, worauf es ankommt: Aus „150 Gramm” wird „50 Gramm”, aus „unterheben” wird „untergeben”.
Wie Pluck mit Videos umgeht
Pluck geht einen grundsätzlich anderen Weg. Fügst du die Adresse eines Videos ein, macht die KI Folgendes:
- Einzelbilder herausgreifen: Zutatenlisten, Mengen und Arbeitsschritte, die im Bild stehen, werden erfasst
- Tonspur mitschreiben: Per Spracherkennung landen gesprochene Anweisungen, zugerufene Zutaten und Zeitangaben im Text
- Beides zusammenführen: Was gezeigt wurde und was gesagt wurde, ergibt zusammen ein vollständiges, strukturiertes Rezept
Am Ende steht ein Rezept, das aus dem ganzen Video schöpft – und nicht nur aus dem bisschen Text, das zufällig danebenhing.
Wann der Unterschied zählt
Drei Fälle, die jeden Tag vorkommen:
Die TikTok-Köchin, die redet, aber nichts aufschreibt
Sie erklärt ihr Rezept im Sprechen: „Für die Marinade brauchst du ungefähr einen viertel Becher Sojasoße, zwei Esslöffel Sesamöl …” In der Bildunterschrift steht nur: „Die beste Hähnchenmarinade!! Ganzes Rezept im Video.”
- Pestle: bekommt die Bildunterschrift. Kein Rezept.
- Pluck: schreibt die Tonspur mit, holt Zutaten und Arbeitsschritte heraus, baut daraus ein strukturiertes Rezept.
Der YouTube-Koch mit eingeblendeten Grafiken
Ein Kochkanal blendet die Mengen als Text ein, jeweils drei bis vier Sekunden lang.
- Pestle: liest die Videobeschreibung. Steht dort nicht alles, bleibt das Rezept lückenhaft.
- Pluck: greift die Einzelbilder mit diesen Einblendungen heraus und nimmt sie mit auf.
Die Kochvorführung ohne ein Wort
Manche filmen ihre Zubereitung mit Musik und Texttafeln zwischen den Schnitten. Nichts wird gesprochen, in der Beschreibung steht kein Rezept.
- Pestle: hat nichts, womit es arbeiten könnte.
- Pluck: wertet die Bilder aus, liest die Texttafeln, erkennt die verwendeten Zutaten und setzt daraus das Rezept zusammen.
Über Video hinaus: die Plattformen
Pestle konzentriert sich auf YouTube und TikTok. Pluck deckt mehr ab:
| Plattform | Pluck | Pestle |
|---|---|---|
| YouTube | Ja (schaut und hört zu) | nur Untertitel |
| TikTok | Ja (schaut und hört zu) | nur Untertitel |
| Ja | nur Bildunterschrift | |
| Ja | Nein | |
| Foodblogs | per KI | HTML-Scraping |
| Fotos | KI-Bilderkennung | Nein |
Instagram ist wohl der wichtigste Ort, an dem Rezepte heute entdeckt werden, und Pestle sieht dort nur die Bildunterschrift. Dasselbe gilt für Facebook-Gruppen, wo Rezepte in gewaltigem Umfang herumgereicht werden.
Weitere Unterschiede
Auf welchen Geräten
Pestle gibt es nur für iOS. Pluck läuft auf iOS und Android. Wenn bei dir – oder in deinem Haushalt – beide Systeme vorkommen, fällt Pestle schon deshalb weg.
KI-Kochassistent
Beide Apps haben einen Schritt-für-Schritt-Modus mit Timern. Pluck legt aber etwas obendrauf, das Pestle fehlt: einen KI-Kochassistenten, der den Zusammenhang kennt. Mitten im Rezept kannst du ihn fragen: „Geht auch griechischer Joghurt statt saurer Sahne?”, „Wie schneide ich Karotten in Julienne?”, „Ich mache die doppelte Menge – wie lange muss das jetzt in den Ofen?”
Weil er dein Rezept kennt, sind die Antworten konkret statt allgemein.
Preise
Pestle kostet rund $3 einmalig (nur iOS). Pluck hat eine Gratis-Version mit 3 Extraktionen pro Monat und 10 gespeicherten Rezepten. Die Abos Plus und Pro schalten mehr Extraktionen, den KI-Assistenten und mehr Speicher frei. Was als Nächstes ansteht, steht auf unserer Roadmap (auf Englisch).
Wer sollte was nehmen
Nimm Pestle, wenn:
- bei dir ausschließlich iOS läuft
- deine Videorezepte meistens von Leuten kommen, die das ganze Rezept in die Beschreibung schreiben
- du Instagram und Facebook nicht brauchst
- dir ein Einmalkauf lieber ist
Nimm Pluck, wenn:
- du willst, dass das Video wirklich ausgewertet wird und nicht nur die Untertitel
- du Rezepte auch auf Instagram und Facebook entdeckst
- du Android brauchst
- du beim Kochen einen KI-Kochassistenten nutzen würdest
- du eine App willst, die jede Rezeptquelle abdeckt
Kurz gesagt: Pestle liest, was über das Video geschrieben steht. Pluck sieht sich das Video an. Wenn dein Rezept im Video selbst steckt, macht dieser Unterschied den ganzen Unterschied.
Weitere Gegenüberstellungen: Pluck vs Mela und Pluck vs Deglaze, zwei weitere Rezepte-Apps, die es nur für iOS gibt – oder gleich der große Vergleich der Rezepte-Apps. Einen breiteren Blick auf iPhone-Apps gibt unsere Rangliste beste Rezepte-App fürs iPhone. Ganz kurz zusammengefasst findest du das Ganze auf der Seite Pestle-Alternative.
Pluck gibt es für iOS und Android. Bei Google Play laden. Auch für iOS. Auf unserer Roadmap (auf Englisch) steht, was als Nächstes ansteht – wir hören gern, was du dir wünschst.
Pluck Team
Wir sind ein kleines Team aus Hobbyköchinnen, Hobbyköchen und Entwicklern und bauen die Rezept-App, die wir selbst immer wollten. Wir schreiben über das Speichern von Rezepten, Extraktion per KI und schlaueres Kochen.
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