Pluck vs Deglaze: Wenn Schlichtheit an ihre Grenze kommt
Deglaze gehört zu den Apps, die man dafür respektiert, dass sie wissen, was sie sein wollen. Ein schlanker Rezept-Clipper fürs iPhone. Kein Ballast, kein Funktionswildwuchs, kein Versuch, nebenbei noch Essensplaner und soziales Netzwerk zu sein. Du fügst die Adresse eines Foodblogs ein, das Rezept landet als aufgeräumte Karte in deiner Sammlung. Für eine bestimmte Art zu kochen ist genau das der Reiz.
Schlichtheit hat aber eine Grenze. Und 2026 ist sie schnell erreicht.
Was Deglaze gut macht
Das gehört fairerweise zuerst gesagt:
- Minimalistische Oberfläche. Keine Werbung, keine Feeds, keine Vorschläge, die dich zu Rezepten schubsen, nach denen du nie gefragt hast. Du speicherst, was du speichern willst, und damit hat es sich.
- Angenehm zu lesen. Die Rezeptansicht ist beim Kochen gut zu erfassen, Typografie und Aufbau halten sich zurück.
- Vollständig offline. Alles Gespeicherte ist ohne Verbindung da – in Küchen mit schlechtem Empfang zählt das.
- Einfacher Preis. Bis zu fünf Rezepte gratis, danach $2.99 im Monat für unbegrenzt viele. Keine Stufen, keine Rechnerei.
Wenn dein Ablauf „Foodblog finden, Rezept speichern, später kochen” heißt, macht Deglaze das reibungslos. Innerhalb seines engen Rahmens ist es eine angenehme App.
Der Rahmen ist das Problem
Denn dieser Rahmen ist eng, und er umfasst inzwischen die Minderheit dessen, wie Leute Rezepte finden.
Nur iOS, kein Android
Deglaze läuft auf dem iPhone, und sonst nirgends. Kein Android, keine eigene iPad-Fassung, kein Zugriff im Browser. Wenn dein Partner Android nutzt, sieht er deine Rezepte nicht. Wechselst du das Telefon, bleibt deine Sammlung zurück. Pluck läuft auf beiden Systemen und synchronisiert dazwischen.
Keine sozialen Netzwerke
Das ist die größte Lücke. Deglaze schneidet Rezepte aus Foodblogs mit ordentlichem Rezept-Markup aus. Fügst du die Adresse eines Instagram-Beitrags ein, passiert nichts Brauchbares. Bei TikTok, Facebook und YouTube genauso.
Das wiegt schwer, weil Rezepte heute überwiegend dort gefunden werden. Eine Umfrage von 2025 zeigt: Unter den Hobbyköchinnen und -köchen unter 40 entdecken mehr Leute neue Rezepte auf Instagram und TikTok als auf Foodblogs. Wenn auch nur ein Teil deiner Sammlung von dort kommt, kann Deglaze damit schlicht nichts anfangen.
Für Pluck sind Instagram, TikTok, Facebook und YouTube gleichberechtigte Quellen. Die KI liest Bildunterschriften, sieht sich Videos an und baut daraus strukturierte Rezepte.
Keine Videos
Deglaze kann mit Video gar nichts anfangen: kein TikTok, kein YouTube, keine Analyse von Kochvideos. Wenn jemand ein Rezept vor der Kamera vorkocht, die Zutaten ansagt, Mengen einblendet und Handgriffe zeigt, bleibt davon nichts hängen.
Plucks KI sieht sich die Einzelbilder an und hört die Tonspur ab. Sie holt Rezepte heraus, die nur im Video existieren und in keiner Beschreibung stehen.
Keine Fotos
Das Rezeptkärtchen aus dem Familienarchiv? Der Screenshot aus dem Gruppenchat? Das abfotografierte Kochbuch? Deglaze kann nichts davon verarbeiten. Plucks Bilderkennung liest solche Vorlagen und macht Rezepte daraus – auch handgeschriebene.
Kein Assistent
Deglaze verwahrt Rezepte und zeigt sie an. Pluck legt einen KI-Kochassistenten dazu, der das Rezept kennt, das du gerade kochst. Frag nach Ersatz („kein Fischsoße da, was nehme ich?”), nach Mengen („wie mache ich das für zwölf?”) oder nach einem Handgriff („was heißt hier die Gewürze aufblühen lassen?”). Die Antwort kommt aus deinem Rezept, nicht aus einer Suchmaschine.
Die Funktionen nebeneinander
| Funktion | Pluck | Deglaze |
|---|---|---|
| Webseiten | Per KI (multimodal) | Einfaches Auslesen von Text |
| Ja (Beiträge, Reels, Stories) | Nein | |
| TikTok | Ja (sieht und hört) | Nein |
| Ja (Beiträge, Gruppen, Reels) | Nein | |
| YouTube | Ja (sieht und hört) | Nein |
| Rezepte aus Video | KI wertet Bild und Ton aus | Nein |
| Rezepte aus Fotos | KI-Bilderkennung, auch Handschrift | Nein |
| KI-Kochassistent | Ja (Ersatz, Mengen, Rückfragen) | Nein |
| Offline | Ja | Ja |
| Plattformen | iOS, Android | nur iOS |
| Gestaltung | Modern, aufgeräumt | Minimalistisch, konzentriert |
| Preis | Gratis (3 Extraktionen/Monat, 10 Rezepte) + Abo | Gratis (5 Rezepte) + $2.99/Monat |
Punkt für Punkt steht das Ganze auch auf der Seite Deglaze-Alternative oder im großen Vergleich der Rezepte-Apps.
Wer nimmt was?
Nimm Deglaze, wenn:
- du ausschließlich ein iPhone nutzt und dabei bleiben willst
- deine Rezepte nur von Foodblogs mit sauberem Markup kommen
- du die schlichteste App willst, die es gibt
- du nie etwas aus sozialen Netzwerken oder Videos speicherst
- dir ein sehr niedriger Monatspreis wichtig ist
Nimm Pluck, wenn:
- du Rezepte auf Instagram, TikTok, YouTube oder Facebook findest
- die KI Kochvideos wirklich ansehen und das Rezept herausholen soll
- du Android brauchst oder über zwei Systeme hinweg synchronisieren willst
- du beim Kochen einen Assistenten nutzen würdest
- du eine App willst, die Foodblogs, soziale Netzwerke, Videos und Fotos gleichermaßen abdeckt
Deglaze ist ein hübsches, konzentriertes Werkzeug für einen Anwendungsfall, der kleiner wird. Wenn deine Rezeptsuche bei Foodblogs anfängt und aufhört, reicht es. Die meisten sammeln 2026 aber quer über Plattformen und Formate hinweg – und dafür ist Pluck gebaut.
Wenn du andere Apple-nahe Apps vergleichst: Pluck vs Mela und Pluck vs Pestle teilen Deglazes Beschränkung auf iOS, bringen aber jeweils andere Stärken mit. Die ganze Rangliste fürs iPhone steht in beste Rezepte-App fürs iPhone.
Pluck gibt es für iOS und Android. Bei Google Play laden. Auch für iOS. Auf unserer Roadmap (auf Englisch) steht, was als Nächstes ansteht.
Pluck Team
Wir sind ein kleines Team aus Hobbyköchinnen, Hobbyköchen und Entwicklern und bauen die Rezept-App, die wir selbst immer wollten. Wir schreiben über das Speichern von Rezepten, Extraktion per KI und schlaueres Kochen.
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